Chronik des Bürger-Schützen-Vereins Grürmannsheide 1894 e. V.
Die Ursprünge des heutigen Bürger-Schützen-Vereins Grürmannsheide 1894 e. V. reichen bis in die Zeit um 1870/71 zurück. Die Reichsgründung und die Kaiserproklamation Wilhelms I. lösten auch in Grürmannsheide eine starke patriotische Begeisterung aus. In dieser Zeit entstanden vielerorts Stammtische, vaterländische Vereinigungen und Zusammenschlüsse, die den Wunsch nach Gemeinschaft, Austausch und gegenseitiger Unterstützung widerspiegelten. Am 1. November 1886 wurde schließlich der Landwehr-Verein Grürmannsheide offiziell gegründet. 72 Dorfbewohner schlossen sich zusammen. Der Verein verstand sich nicht nur als gesellschaftliche Gemeinschaft, sondern übernahm vor allem eine wichtige soziale Aufgabe: In einer Zeit ohne ausreichende staatliche Absicherung unterstützte er seine Mitglieder bei Krankheit, Invalidität und Todesfällen finanziell. Die Beiträge waren für damalige Verhältnisse hoch, zeugen aber vom starken Zusammenhalt der Mitglieder. Das Vereinsleben war von Beginn an sehr aktiv. Neben regelmäßigen Versammlungen prägten Stiftungsfeste, Umzüge, Fahnenweihen und patriotische Gedenktage das Geschehen. Ein eigener Spielmannszug sorgte für die musikalische Begleitung der Veranstaltungen. Der Verein besaß zudem eine eigene Fahne sowie ein Festzelt, das nicht nur das Feiern unabhängig vom Wetter ermöglichte, sondern auch eine wichtige Einnahmequelle darstellte. Im Jahr 1894 kam es zur Auflösung des Landwehr-Vereins. Gründe dafür waren vermutlich interne Spannungen sowie politische Vorgaben der damaligen Zeit. Am 1. April 1894 wurde als Nachfolgeorganisation der Vaterländische Bürgerverein Grürmannsheide 1894 gegründet. Dieser neue Verein setzte die Tradition der Gemeinschaftspflege fort und entwickelte sich in den folgenden Jahren stetig weiter. Die beiden Weltkriege hinterließen tiefe Spuren im Vereinsleben. Viele Mitglieder wurden zum Kriegsdienst eingezogen, Veranstaltungen konnten kaum noch stattfinden, und das Vereinsleben kam zeitweise nahezu vollständig zum Erliegen. Nach dem Ersten Weltkrieg beteiligte sich der Verein maßgeblich an der Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen, das 1922 eingeweiht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Fahne, Gewehre und Vereinsvermögen verloren, doch der Wille zum Neuanfang blieb bestehen. Am 24. Juni 1951 wurde der Verein mit 31 Mitgliedern neu belebt. In den folgenden Jahren gelang mit großem Engagement der Wiederaufbau. Schützenfeste wurden wieder gefeiert, eine neue Fahne angeschafft und der Schießsport neu organisiert. Besonders prägend war der Bau des eigenen Schützenheims, der ab 1975 in reiner Eigenleistung der Mitglieder erfolgte und bis heute ein Mittelpunkt des Vereinslebens ist. In den Jahrzehnten danach entwickelte sich der Verein kontinuierlich weiter. Königs- und Kaiserschießen, Jubiläumsfeste, Biwaks, Familienveranstaltungen und gesellige Abende stärkten den Zusammenhalt innerhalb des Vereins und im Dorf. Auch die Schützenfrauen spielten dabei stets eine wichtige Rolle im Vereinsleben. Heute steht der Bürger-Schützen-Verein Grürmannsheide 1894 e. V. für Tradition, Gemeinschaftssinn, Heimatverbundenheit und Geselligkeit. Der Verein ist fest im Dorfleben verankert und verbindet historische Wurzeln mit einem lebendigen Vereinsalltag – ganz im Sinne des Wahlspruchs: „Aus alter Wurzel neue Kraft“
